Vom Obstgarten zur globalen Aufforstung: Ein Gespräch mit Hank Lynch, CEO von One Tree Planted

Vom Obstgarten zur globalen Aufforstung: Ein Gespräch mit Hank Lynch, CEO von One Tree Planted

Wälder haben eine besondere Kraft. Sie beruhigen, inspirieren und erinnern uns daran, wie eng wir mit der Natur verbunden sind. Genau deshalb setzt sich NIKIN seit Jahren gemeinsam mit Partnern wie One Tree Planted dafür ein, Wälder auf der ganzen Welt wiederherzustellen. Doch hinter jeder Organisation stehen Menschen mit Geschichten – und eine davon gehört Harry “Hank” Lynch, dem CEO von One Tree Planted.

Das ganze Gespräch kannst du übrigens hier als Video schauen.

Seine Verbindung zu Bäumen begann lange bevor er die Organisation leitete. Aufgewachsen auf einem Bauernhof verbrachte Hank viel Zeit in einem grossen Obstgarten. Zwischen Obstbäumen und frischer Erde entstand früh eine tiefe Verbundenheit zur Natur. Als es Zeit wurde, sich für einen Studienweg zu entscheiden, gab ihm sein Vater einen Rat, der ihn bis heute begleitet: „Mach etwas, das du liebst – dann findest du immer einen Weg, ein Leben daraus zu machen.“ 

Hank nahm sich diese Worte zu Herzen. Er studierte Gartenbau und Arboristik und arbeitete viele Jahre als zertifizierter Baumpfleger. In diesem Beruf verbrachte er seine Tage buchstäblich in den Kronen der Bäume. Später absolvierte er eine Ausbildung im Non-Profit-Management und begann Organisationen zu leiten, die sich weltweit mit Umwelt- und Naturschutzthemen beschäftigen. 

Als One Tree Planted nach einem neuen CEO suchte, fühlte sich diese Chance für ihn wie ein Kreis an, der sich schliesst. Seine Karriere hatte zwischen Bäumen begonnen und führte ihn nun zu einer Organisation, deren Mission es ist, Wälder auf der ganzen Welt wiederherzustellen. 

Wälder als Ort der Ruhe 

Für Hank sind Wälder weit mehr als nur Ökosysteme. Sie sind ein Gefühl. „Für mich ist ein Wald wie nach Hause kommen“, sagt er. „Oder wie der Besuch einer dieser grossartigen Kathedralen – etwas Ehrfurchtgebietendes, das gleichzeitig Ruhe gibt.“ 

Einige Wälder, die er im Laufe seines Lebens besucht hat, sind ihm besonders im Gedächtnis geblieben. Orte, an die er immer wieder zurückkehrt, einfach um dieses Gefühl zu erleben. Diese emotionale Verbindung zur Natur prägt auch die Arbeit von One Tree Planted. 

Wie neue Wälder entstehen 

Die Entscheidung, wo Bäume gepflanzt werden, ist komplexer, als viele denken. One Tree Planted arbeitet heute mit über 400 Pflanzpartnern weltweit zusammen. Doch bevor ein Projekt startet, werden zahlreiche Faktoren berücksichtigt. 

Zunächst wird geprüft, wo der Bedarf am grössten ist und welche Auswirkungen ein Projekt haben kann – auf Böden, Wasserressourcen, Biodiversität und lokale Tierarten. Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. „Wenn die lokale Gemeinschaft ein Projekt nicht unterstützt, wird es nicht nachhaltig sein“, erklärt Hank. Deshalb arbeitet One Tree Planted eng mit lokalen Partnern und Gemeindeleitern zusammen und schafft Bildungsangebote rund um Aufforstung und Naturschutz. 

Laut Hank sind die Unterstützung und Einbindung der lokalen Bevölkerung unabdingbar. Wenn diese nicht engagiert sind, ist es wahrscheinlich, dass sie in Zeiten wirtschaftlicher Not einen Teil des Waldes konsumieren wird. Oft sind es deshalb gerade diese Communities, die entscheidendes Wissen einbringen können. „Die Menschen vor Ort haben unglaublich viel Wissen über ihre Landschaft“, sagt Hank. „Von ihnen zu lernen ist einer der spannendsten Teile unserer Arbeit.“ 

Warum Aufforstung mehr ist als Bäume pflanzen 

Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass Aufforstung allein die Klimakrise lösen kann. Hank sieht das differenziert. „Bäume zu pflanzen ist wichtig, aber es ist nur ein Teil der Lösung“, erklärt er. „Wir als Menschen müssen auch unser Verhalten verändern und nachhaltiger leben.“ 

Wälder können Kohlenstoff binden, Lebensräume schaffen und Ökosysteme stabilisieren. Doch langfristiger Wandel erfordert mehr als einzelne Projekte. Es braucht ein breiteres Umdenken im Umgang mit unserer Umwelt. 

Die Rolle von Unternehmen 

Hier kommen Unternehmen ins Spiel. Partnerschaften mit Organisationen wie One Tree Planted können einen grossen Unterschied machen, besonders wenn sie über einzelne Projekte hinausgehen. Für Hank geht es dabei vor allem um Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Unternehmen können ihre Lieferanten und Partner einbeziehen und so dazu beitragen, Aufforstungsprojekte zu vergrössern. „Was wir wirklich wollen, ist nicht nur mehr Bäume zu pflanzen“, so Hank, sondern mehr Wälder und Landschaften wiederherstellen.“ 

Ein Blick in die Zukunft 

Wenn Hank an die nächsten fünf bis zehn Jahre denkt, ist er optimistisch. One Tree Planted hat es geschafft, das Thema Aufforstung für viele Menschen verständlich zu machen und weltweit Aufmerksamkeit dafür zu schaffen. Auch Innovationen könnten dabei helfen, Aufforstung noch effektiver zu gestalten. Technologien, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und datenbasierte Ansätze eröffnen immer neue Möglichkeiten. 

Besonders viel Hoffnung schöpft Hank aus der nächsten Generation: „Wenn ich sehe, wie junge Menschen die Welt betrachten und welche Ideen sie entwickeln, macht mich das unglaublich optimistisch.“ 

Ein Rat für die nächste Generation 

Zum Schluss hat Hank noch einen einfachen, aber kraftvollen Rat für junge Menschen, die etwas verändern möchten: „Nimm keinen Rat von deinen Ängsten an, bleib freundlich, und sei ein Leader.“ Für ihn bedeutet Leadership nicht, anderen vorzuschreiben, wohin es geht. Ein Leader ist vielmehr jemand, der neue Wege findet. „Ein Leader ist ein Pathfinder“, sagt Hank. „Jemand, der einen Weg entdeckt – und anderen hilft, ihm zu folgen.“ 

Und genau solche Menschen braucht es, um die Zukunft unserer Wälder zu sichern: Pathfinders. 

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