Fabric Loop: Gemeinsam für eine textile Kreislaufwirtschaft

Fabric Loop: Gemeinsam für eine textile Kreislaufwirtschaft

Was wäre, wenn Kleidung kein Ende hätte – sondern einen neuen Anfang? Noch immer werden in der Schweiz zu wenige Alttextilien wiederverwendet oder hochwertig recycelt. Um das zu ändern, braucht unsere Textilbranche ein funktionierendes Kreislaufsystem. Auch wir bei NIKIN sehen Circularity als die nachhaltigste Lösung in der Modebranche, da Kleidung aus wertvollen Ressourcen besteht. Aus diesem Grund sind wir Fabric Loop beigetreten, einem Verein, welcher die Kreislaufwirtschaft in der Schweizer Textilbranche fördern will. Als Mitglied wollen wir Verantwortung übernehmen und das Angebot von kreislauffähigen Produkten in der Schweiz unterstützen. 

Was ist Fabric Loop? 

Fabric Loop ist eine privatwirtschaftliche Non-Profit-Branchenorganisation, die in Abstimmung mit europäischen Initiativen eine Lösung für die schweizweite Organisation und Finanzierung von Reuse, Repair und Recycling entwickelt. Gegründet wurde Fabric Loop vom Textilverband Swiss Textiles zusammen mit Calida, Mammut, Odlo, PKZ, Radys, Switcher und Workfashion. Andere Mitglieder sind zum Beispiel Muntagnard, Mammut, und TRANSA. Das Ziel von Fabric Loop ist es, durch mehr Transparenz eine textile Kreislaufwirtschaft zu erreichen, statt dass Alttextilien verloren gehen. Dazu braucht es eine Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette, da zirkuläre Mode von Anfang an gedacht werden muss: vom Design, über die Produktion, bis zur Rückführung der Materialien in den Kreislauf 

Heute fehlt es aber für verschiedene Textilien an Sammel- und Recyclinginfrastruktur, wodurch recycelte Fasern nicht in ausreichender Menge und Qualität verfügbar sind. Dies liegt einerseits an fehlender Transparenz, wodurch unklar ist, wo gesammelte Textilien landen, und andererseits an einem Mangel an Anreizen durch praktikable Standards, welche Circularity in der Modebranche erst möglich machen. Aus diesem Grund setzen wir auf eine Brancheninitiative, welche die Probleme der Schweizer Textilbranche versteht und gezielt angehen kann. So werden Strukturen und Anreize für flächendeckende Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung, Reparatur und hochwertiges Recycling geschaffen, finanziert über einen vorgezogenen Kreislaufbeitrag und abgestimmt mit europäischen Initiativen. Im Rahmen eines Business Case werden 2026 Ziele gesetzt und ein System aufgebaut, damit 2027 die Umsetzung starten kann. 

Warum Kreislaufwirtschaft in der Modebranche entscheidend ist 

Kreislaufwirtschaft in der Modebranche ist entscheidend, weil Kleidung aus wertvollen Rohstoffen besteht. In einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft werden diese Rohstoffe am Ende ihres Lebens nicht zu Abfall, sondern zum Ausgangspunkt für neue Produkte. Mit dem heutigen Modell der Linearwirtschaft gehört die Modebranche aber zu den ressourcenintensivsten Industrien weltweit. Für jedes Kleidungsstück werden Rohstoffe, Wasser, Energie und Transportwege benötigt. Wird Kleidung nach kurzer Zeit entsorgt, gehen all diese Ressourcen verloren. 

Genau hier setzt die Kreislaufwirtschaft an. Sie hinterfragt nicht nur, wie ein Produkt hergestellt wird, sondern auch, was nach der Nutzung passiert. Ziel ist es, Materialien durch langlebiges Design, Reparatur, Wiederverwendung und Recycling im Umlauf zu halten. In der Textilbranche ist das besonders wichtig, weil viele Materialien wertvoll und technisch wiederverwertbar sind. Wenn wir Kleidung von Anfang an kreislauffähig denken, reduzieren wir Abfall, schonen Ressourcen und schaffen eine nachhaltigere Zukunft für die Branche. So wird jedes Kleidungsstück zur Ressource für ein nächstes Produkt. 

Kreislaufwirtschaft ist deshalb kein Trend, sondern ein notwendiger Schritt. Für uns bedeutet das: Verantwortung übernehmen – vom Design bis zum nächsten Lebenszyklus eines Produkts. Der höchste Standard in Circularity ist das Konzept “Cradle to Cradle, in den 90ern von Michael Braungart und William McDonough entwickelt. Es beschreibt eine konsequente Kreislaufwirtschaft, in welcher alle Materialien nach Gebrauch vollständig in biologische oder technische Kreisläufe zurückfliessen. Das Prinzip zielt auf Ressourcenschonung und Abfallreduzierung ab, indem es einen geschlossenen Kreislauf ermöglicht.

Die Rolle von NIKIN als Teil von Fabric Loop 

Unser Wunsch ist es, Kleidung ohne Schaden für die Natur zu machen. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 komplett zirkulär zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir auf Innovation in den Materialien und den Konzepten, die wir verwenden. Für ausgewählte Produkte benutzen wir beispielsweise die innovativen Materialien naNea® und NOOSA®. Zudem haben wir letztes Jahr auch unser eigenes Circular Cashback Programm lanciert. Damit geben wir deinen getragenen Produkten ein zweites Leben und bringen wertvolle Ressourcen zurück in den Kreislauf. Dazu haben wir zirkuläre Produkte wie das Treeanie Circular, das TreeShirt Circular und den TreeHoodie Circular entwickelt. Mehr zu unseren zirkulären Materialien und unserem Circular Cashback erfährst du in unserer Circular Series.  

Gleichzeitig denken wir über unsere eigene Marke hinaus. Im gesamtschweizerischen Kontext wollen wir Verantwortung übernehmen und als Vorreiter der Nachhaltigkeit in der Textilbranche dazu beitragen, das Angebot von kreislauffähigen Produkten in der Schweiz auszubauen.  

Die Zukunft der zirkulären Mode 

Zirkuläre Mode ist mehr als ein Trend – sie ist die logische Weiterentwicklung einer Branche im Wandel. In Zukunft wird nicht mehr nur entscheidend sein, wie ein Produkt aussieht oder produziert wird, sondern ob es Teil eines funktionierenden Kreislaufs ist. Das bedeutet: Materialien werden so entwickelt, dass sie wiederverwertbar sind. Produkte werden langlebiger, reparierbarer und transparenter. Und Systeme entstehen, die Rücknahme, Recycling und Wiederverwendung selbstverständlich machen. 

Denn wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, sehen wir, dass Kreislaufwirtschaft für einen Grossteil unserer Geschichte die Norm war. Zwar wurde der Begriff erst im 20. Jahrhundert definiert, aber sowohl die grundlegende Idee als auch die Techniken sind so alt wie die Menschheit selbst. Historisch betrachtet ist unsere heutige Wegwerfgesellschaft eine Anomalie. Rohstoffe waren wertvoll und eine möglichst lückenlose (Wieder)Verwertung von allen Ressourcen war unabdingbar. Mit der industriellen Revolution und dem «50er-Jahre-Syndrom» – billiges Öl und günstigere Rohstoffe – sank der Wert der Dinge stark, sodass sie zunehmend zu Wegwerfprodukten wurden. Dadurch wuchsen die Abfallberge und wir kämpfen bis heute mit den Folgen dieser Entwicklung. 

Doch eine Rückkehr zu echter Kreislaufwirtschaft funktioniert nicht im Alleingang. Sie braucht Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Faser bis zur Rückführung in den nächsten Lebenszyklus. Marken, Produzenten, Recyclingpartner und Konsument*innen tragen gemeinsam Verantwortung. Um einen nachhaltigen Branchenwandel zu erzeugen und die textile Zukunft zirkulär zu gestalten, braucht es neben Regulierungen auch brancheninterne Lösungen. Nur so kann Kreislaufwirtschaft als Standard in der Textilbranche durchgesetzt werden. 

Für uns ist klar: Die Zukunft der Mode ist zirkulär. Schritt für Schritt wollen wir dazu beitragen, dass kreislauffähige Produkte nicht die Ausnahme bleiben, sondern zum neuen Standard werden 

Mehr über unsere Journey to Circularity erfahren. 

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